Der heilige Berg "Mount Emei" liegt ca. 2 Autostunden von Chengdu entfernt und die Hauptattraktion dort sind wilde Affen. Unser Hotel am Fuße des Berges ist eindeutig keine Hauptattraktion sondern eher ernüchternd. Die permanent hohe Luftfeuchtigkeit nagt dort an den Zimmern wie eine Lungeninfektion an einem Kleinkind. Das recht neue Gebäude ist an allen Ecken und Enden vom Schimmel befallen und die Gänge werden von handtellergroßen Spinnen und Kakerlaken bevölkert.
Mit Kakerlaken können wir mittlerweile ganz gut umgehen und das "bisschen Pilz" wird uns in 2 Tagen nicht umbringen, denken wir. So schlafen wir in feuchten Betten und erwarten den Morgen. Dieser kommt eher als gewünscht in Form eines Weckrufs um 6 Uhr früh. Frühstück wie immer: fettiges und scharfes Gemüse, dazu Reisschleim. Für einen Kornspitz mit Butter und Marmelade würden einige von uns töten, besonders um diese Tageszeit.
Danach fahren wir mit dem Bus auf den Berg. Die letzten 500 Höhenmeter legen wir mit einer Doppelmayer Seilbahn aus dem "Cableway Kingdom Austria" zurück. Die Aussicht vom Gipfel ist die selbe wie aus dem Hotelzimmer: dichter Nebel, mit dem Unterschied das es im Hotel nicht regnet. Das ist für die meisten von uns Grund genug nach dem Mittagessen zurückzufahren. Der Rest macht sich auf die wilden Affen zu sehen.
Der Nachmittag verläuft besser als der Vormittag, es hört auf zu regnen. Auf hübsch angelegten Wegen pilgern wir gemeinsam mit 1,3 Milliarden chinesischen Touristen zur Affenhochburg. Nach einer Weile wird der Weg enger, führt auf glitschigen Steinen über einen Fluss, und an dicht überwachsenen Dschungelschluchten entlang.
Auf der Hängebrücke nutzen die Affen den taktischen Vorteil und fallen über uns her. Jeder der etwas essbares bei sich trägt wird sofort attackiert. Wir richten unsere Kameras auf sie und eröffnen das Feuer, die Schlacht hat begonnen! Es ist nicht einfach die kleinen Biester draufzukriegen, denn sie sind flink und schlau. Die Chinesen haben an strategischen Wegpunkten Wachposten aufgestellt, die uns mit Bambusstöcken und Steinschleudern Rückendeckung geben. Wir geben unser Bestes und schießen im Serienbildmodus bis die Akkus glühen. Nach 40 Minuten geben wir auf und treten den Rückzug an. Auf dem Heimweg überfliegen wir kurz die Kriegsbeute, der Kampf hat sich gelohnt.
Der Rest des Wochenendes verläuft nicht außergewöhnlich. In einer 40-minütigen Bootsfahrt die 20 Minuten dauert umschiffen wir den
großen Buddha von Leshan, außerdem besuchen wir einen botanischen Friedhof ("Garten").